SEO Interview – Andrew Johnson
Heute dürfen wir Andrew Johnson in unserer SEO Interview Reihe begrüßen, Autor des populären englischsprachigen Web Publishing Blog. Andrew ist ein professioneller Webseiten-Entwickler und ist erfahren im designen, programmieren, SEO, Marketing und Community Management. Das Interview wurde in Englisch geführt – Interview with Andrew Johnson in English – und hier dürft ihr selbstverständlich meine Übersetzung lesen:
1) Wie würdest du SEO definieren?
Andrew: Designen, entwickeln und promoten einer Webseite in einer Art und Weise die für eine gute Platzierung in organischen Suchmaschinen sorgt (in der Regel Google, MSN, Yahoo).
2) Wie lange bist du schon im SEO Business tätig?
Andrew: Ich habe 2004 angefangen mit SEO zu experimentieren.
3) Wie lange hat es gedauert, bis du Fuß gefasst hast?
Andrew: Bis Anfang 2005 hab ich keine nennenswerten Resultate zu verzeichnen gehabt. Ab diesem Zeitpunkt hab ich mehrere hundert Dollar im Monat von organischem Suchmaschinen Traffic erzielt.
4) In welchen SEO Foren tummelst du dich?
Andrew: Mittlerweile hauptsächlich SEOBlackhat.com (kostenfplichtiges Forum), WebsitePublisher.net und WickedFire.com (Dort bin ich Admin). Jedes einzelne hat seine eigenen Fokus auf eine bestimmte Niche und das macht mir Spaß.
5) Was war oder ist dein größter SEO Erfolg?
Andrew: Schwierig zu sagen. Es gibt keinen speziellen, großen SEO Erfolg auf den ich da deuten könnte. Ich bin mehr darüber erfreut, dass ich ein mehr oder weniger passives Einkommen habe, von einem kostenlosem organischen Suchmaschinen Traffic. Das hat mir ermöglicht, Zeit in Lernen, Schreiben und neue Projekte zu investieren anstatt sich am “Rattenrennen” zu beteiligen wie einige meiner Freunde. (“Rattenrennen”: Ein Ausdruck für Leute die sehr hart arbeiten aber am Ende gerade soviel Geld übrig haben um die Rechnung für den nächsten Monat zu bezahlen.)
6) Was war bis jetzt deine schwierigste Aufgabe im Bereich der Suchmaschinenoptimierung?
Andrew: Auch hier kann ich keinen speziellen Job herausdeuten. Meine Vorgehensweise ist diese:
- optimiere für etwas mit einem hohen Suchvolumen und einem geringen Ergebnis-Verhältnis, und/oder
- viel Inhalt online zu stellen und zu sehen, was ranked
Ich bin nicht der Typ der sich mit Keywords wie “poker” oder “mortgage” versucht.
7) Wieviel Zeit investierst du in neue und alte Seiten?
Andrew: Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es keine Korrelation zwischen der investierten Zeit in eine Webseite und das erwirtschaftete Einkommen einer Webseite. Eine meiner Seiten, in die ich mehrere hundert Stunden investiert habe, verdient im Jahr soviel wie ein anderes Projekt in der Woche verdient.
Deswegen versuche ich die meiste Zeit in neue Webseiten zu investieren. Idealerweise verbringe ich 10% meiner Zeit mit alten Webseiten, 10% mit neuen Webseiten und 80% meiner Zeit mit dem Erkunden und Erforschen neuer Märkte.
Es gibt viele Leute die ausschließlich AdSense auf ihren Webseiten verwenden, denkst du dir oft, dass bei vielen Seiten Affilate Programme rentabler wären? Wenn ja, warum?
Andrew: Die Wahl zwischen AdSense und Affiliate Programmen muss von Fall zu Fall entschieden werden.
Das erste Problem ist, AdSense deckt praktisch alle Nichen ab. Ob deine Seite über japanische bonsai Bäume, Rasenmäher oder honig gebratene Erdnüsse ist spielt keine Rolle, Geld bringt sie in der Regel so oder so.
Affiliate Programme sind oftmals sehr umkämpft in spezifischen Foren. Mortgage, gambling, adult, credit cards, dating, ringtones, etc. Einen Klingelton Affiliate Link auf eine Seite über japanische bonsai Bäume zu setzen wird dir ca. .00001% eines platzierten AdSense Banners erwirtschaften.
Wenn der Suchmaschinen Traffic und Seiteninhalt einem Affiliate Programme entspricht, probier es aus. Manchmal kannst du um einiges mehr Geld mit Affiliate Programmen machen. Dafür gibt es ein paar Gründe: Erstens, Google bekommt ca. 40-60% der AdSense Einnahmen bevor du etwas von den Einnahmen siehst. Zweitens, wenn du einer Affiliate Firma viele Leads oder Conversions senden kannst werden sie dir einen Bonus ausbezahlen. Super affiliate marketers können zweimal soviel – oder sogar noch mehr – verdienen als alle anderen.
Keiner kann sagen: “Affiliate Marketing ist besser” oder “Adsense ist besser”. Man muss seperat beides testen um zu sehen, was besser funktioniert. Ja, es ist harte Arbeit, aber genau das ist es, was man tun muss um sein Einkommen zu maximieren.
9) Welche Startseite hast du in deinem Browser definitiert?
Andrew: Ich habe eine html Seite generiert mit Bilderlinks zu Seiten die ich täglich besuche — Blogs, Foren, AdSense, AdWords, meine eigenen Webseiten, etc. Diese Seite liegt auf meiner Festplatte und spart mir eine Menge Zeit an Klicks und Tippzeit.
10) Welchen Ratschlag würdest du den Leuten mitgeben die noch ganz am Anfang sind?
Andrew: Hier ist meine spezielle Regel: Gute Inhalte und viele qualitativ hochwertige Links (DMOZ, Wikipedia, autoritäre Seiten in der jeweiligen Niche). Es wird Zeit brauchen um gute Ergebnisse zu erzielen, aber am Ende werden diese eine lange Wirkung haben. Schlechte Inhalte und eine Menge minderwertiger Links (blog spam, digitalpoint co-op link network) wird der jeweiligen Seite evtl. einen kurzfristigen Boost geben aber in den meisten Fällen nicht von Dauer sein.
Balanciere gute Seiten mit schlechten Seite und reinvestiere kurzfristigen Profite mit qualitativ hochwertigen Seiten.
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Vielen Dank an Andrew für ein weiteres interessantes Interview! Schon beim Zweiten Interview sind Überschneidungen mit dem Ersten festzustellen (bsp.: Browser Startseite) aber ich warte mit dem Kommentieren bis die Interview Reihe komplett ist.
Nun wünsche ich euch noch einen guten Rutsch, wir sehn uns 2007!
SEO Interview – Gerald Steffens
Gerald Steffens, Autor des beliebten deutschen S-O-S SEO Blog, IT Consultant, Optimierer, SEO und Querdenker beantwortet euch heute als Erster ein paar Fragen in unserer SEO Interview Reihe. Seinen Blog führt er seit dem 4. September 2005 und auch wenn es sich so anhört, sendet dieser Blog kein Notsignal sondern steht für *S*uchmaschinen-*O*ptimierung-*S*eo.
Gerald Steffens über sich:
Ich bin glücklich verheirat, habe zwei liebe Kinder, wohne im kleinen Städtchen Harsewinkel nahe Gütersloh, habe Mathe studiert, war Anwendungsentwickler bei Bertelsmann, später Mitgründer von e-trend Media Consulting und bin seit Juni 2003 selbständig. Bin Generalist, kann alles – aber nichts richtig
1) Wie würdest du SEO definieren?
Gerald: Optimierung für Suchmaschinen. Für mich gehören da aber neben Inhalt, Struktur, Technik und Verlinkung von Seiten noch einige andere Disziplinen wie Marketing, WebDesign und Usabilty mit dazu. SEO interagiert mit zu vielen anderen Bereichen, als dass man sich nur mit der reinen Lehre befassen sollte. Letztendlich geht es um Erfolge, die in Besucherzahlen und Verkäufen gemessen werden, nicht um Keywords, Ranking oder fetten PageRank.
2) Wie lange bist du schon im SEO Business tätig?
Gerald: Ein genaues Datum ist da schwer zu nennen. Ich habe früher für die Firma Telemedia (Bertelsmann) gearbeitet und dort 1997 mitgeholfen beim Aufbau von Lycos Deutschland. Seitdem habe ich mich intensiv mit Suchmaschinen befasst, sowohl was Technik als auch Optimierung angeht. Nachdem ich zusammen mit einem Dutzend Kollegen 1999 die (leider später verblichene) Firma e-trend gegründet hatte, gehörte dann dort SEO auch zum Leistungsangebot. Seit Juni 2003 bin ich selbständig und biete u.a. auch SEO als Dienstleistung an.
3) Wie lange hat es gedauert, bis du Fuß gefasst hast?
Gerald: Kann ich so nicht beantworten. Ich habe mich ja reingeschlichen in das Business. Am Anfang hatte die Sache eher Hobby-Charakter. Später war SEO dann eine Komponente, die für größere Projekte mit dazugehörte. Auch heute gibt es noch keine offiziellen Angebote zu meinen Dienstleistungen. Als ich mich selbständig gemacht habe, war ich praktisch schon ausgebucht. Networking und Mundpropaganda nennt man das. Andere nennen es Glück
4) In welchen SEO Foren tummelst du dich?
Gerald: Früher recht intensiv im Suchmaschinentricks-Forum, jetzt ab und zu noch bei Abakus Internet Marketing. In OMTalk schau ich auch manchmal rein, aber insgesamt lese ich fast nur noch, schreiben ist stark rückläufig. Auch für amerikanische Foren wie WebmasterWorld fehlt mir mittlerweile die Zeit. Das Lesen von RSS-Feeds und Blogs belegt mich zu sehr mit Beschlag.
5) Was war oder ist dein größter SEO Erfolg?
Gerald: Ich glaube, die Frage wird man dir nicht gerne offen beantworten. Hier Themen oder Keywords zu nennen verkneife ich mir, da man den Kunden sicher anhand dieser Angaben ausmachen könnte. Was wirklich mal ein (interner) Erfolg war, das war der gleichzeitige erste Platz in Google für die Keywords “Suchmaschinen Optimierung” und “Suchmaschinenoptimierung”. Ich habe mich dann später aber nicht mehr um die Erhaltung dieser Positionen gekümmert, da ich weder eine Dienstleistung auf der Seite anbiete, noch die Seite eine Offenbarung optischer und inhaltlicher Natur darstellt. Ich habe mich seitdem lieber um den Auf- und Ausbau des SOS SEO Blog gekümmert.
6) Was war bis jetzt deine schwierigste Aufgabe im Bereich der Suchmaschinenoptimierung?
Gerald: Auch das ist schwer zu sagen. Ich optimiere u.a. für den Bereich Private Krankenversicherung und da weht schon ein starker Wind. Da geben Konkurrenten Geld für Linkmieten aus, da könnte ich im Monat locker von Leben
7) Wieviel Zeit investierst du in neue und alte Seiten?
Gerald: Zu wenig
SEO ist ein iterativer Prozess, insofern bin ich bestrebt, öfter etwas Neues zu machen, aber immer wieder auch an alten Seiten rumzuschrauben. Das Business ist einfach zu dynamisch, als dass sich das messen liesse.
Es gibt viele Leute die ausschließlich AdSense auf ihren Webseiten verwenden, denkst du dir oft, dass bei vielen Seiten Affilate Programme rentabler wären? Wenn ja, warum?
Gerald: AdSense ist sehr bequem und konvertiert ziemlich gut. Aber man kann mit Affiliate Programmen sicher auch eine Menge erreichen. Zudem gibt es Bereiche, die werden von AdSense nicht abgedeckt.
Mir gefällt z.B. Chitika ziemlich gut, bei Produkten dürfte dieser Ansatz sehr gut funktionieren. Man möchte Produkte ja am liebsten in die Hand nehmen, da helfen Bilder sicherlich beim virtuellen “Begreifen” des Gegenstandes.
Wahrscheinlich ist eine Kombination aus Google Adsense und Affiliate Programmen am effektivsten, die Kunst liegt in der richtigen Auswahl und Kombination. Und da man sich oft verschätzt, was den Erfolg von Seiten und Elementen wirklich ausmacht, empfehle ich ein gutes Tracking und entsprechende Tests (z.b. A/B Split Testing).
9) Welche Startseite hast du in deinem Browser definitiert?
Gerald: Ich habe eine Seite lokal bei mir auf dem Rechner liegen, die nennt sich sprungbrett.html. Da sind alle wichtigen Links drauf, so dass ich mit einem Klick sofort am Ziel bin. Hätte so eine Sprungbrett-Plattform fast mal als Service online gestellt
10) Welchen Ratschlag würdest du den Leuten mitgeben die noch ganz am Anfang sind?
Gerald: Viele Anfänger überschätzen sich. Am besten erst mal Foren lesen, die Finger von Doorways und Black Hat Experimenten lassen, Abstand von den üblichen verdächtigen Linktäuschern halten und vor allem langfristig denken.
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Vielen herzlichen Dank an Gerald für seine Zeit und die interessanten Antworten! In nächster Zeit dürft ihr euch auf weitere aktuelle SEO Interviews freuen, stay tuned!
- Andreas
